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    <ns1:title language="de">BEM 12 - Medienkunst</ns1:title>
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    <ns1:description language="de">Als die moderne Naturwissenschaft PhÃ¤nomene wie Ãther, Schwingungen, Strahlen und dergleichen zu erklÃ¤ren begann, entstanden mit der âElektrifizierungâ der Welt die âneuenâ Medien. Vorher metaphysischer Raum wurde durch die Physik und die Kunst erobert. Folgerte James Clerk Maxwell aus seinen Gleichungen die Existenz elektromagnetischer Wellen, so baute Thaddeus Cahill mit dem Dynamophon das erste elektronische Musikinstrument Elektronische Musik war von Beginn an technologisch und konzeptionell Teil der neuen Medien. Aus Mangel an anderen WiedergabemÃ¶glichkeiten wurden die KlÃ¤nge ins Telefonnetz gespielt, dadurch waren die Konzerte Medieninstallation und Teleskulptur im elektronischen Raum, zugleich ein VorlÃ¤ufer des Radios. Die zeitgenÃ¶ssische Fortsetzung beschreibt Heidi Grundmann in âWIENCOUVER, die Entwicklung der Radiokunst der vergangenen 25 Jahreâ.

Leicht erlern- und spielbar sollte das erste industriell hergestellte elektronische Instrument, das Thermenvox, sein. Das innovative berÃ¼hrungslose Interface vermittelte einfache Spielbarkeit. Der amerikanische Hersteller RCA hoffte, Lev Thermens Erfindung den meisten amerikanischen Haushalten verkaufen zu kÃ¶nnen. KaufmÃ¤nnisch scheiterte das Konzept, die Renaissance des Instruments in der zeitgenÃ¶ssischen Musik aber belegt, wie wichtig musikalische und musikantische Konzepte beim Interfacedesign elektronischer Musikinstrumente sind. Julean Simon bringt als Saxophonist und Instrumentenbauer sein Expertenwissen auf diesem Gebiet ein und beschreibt Interfaceproblematiken und -tendenzen aus der Sicht des Musikers in âDer Instrumentalist in der Elektronischen Musikâ.

Die Verwandlung analoger Medien in digitale, delokalisierte Bits fÃ¼hrte zu scheinbar kÃ¶rperlosen Netzen und deren Mythifizierung. Richard Kriesche stellt diese neuen Medienwelten in âdigital suicide bombersâ vom Kopf auf die FÃ¼Ãe.  Ãber die reale EntkÃ¶rperlichung der SelbstmordattentÃ¤terInnen und den Wandel der Beziehung zwischen Kunst, Medien und Wirklichkeit findet er in letzter Konsequenz zum Prinzip des Terrors als Ausdruck dieser Transformationen und wirft uns damit wieder auf unsere KÃ¶rperlichkeit zurÃ¼ck.

In der Ortlosigkeit der Medienkunst entwirft Reinhard Braun einen kulturellen Raum, beschreibt Schnittstellen zwischen Personen, Technologien und Kunst. In seinen âGeschichten und Diskursstellen von Medienkunstâ wird die Bedeutung von Beziehungsgeflechten und HandlungsstrÃ¤ngen in der Entstehung von Medienkunst deutlich.

Mit der AbhÃ¤ngigkeit unserer Wirklichkeitskonstruktion von der QualitÃ¤t der Empfindung - ob visuell oder akustisch - und dem VerhÃ¤ltnis des wahrnehmenden KÃ¶rpers zur durchmediatisierten aber entmechanisierten Umwelt beschÃ¤ftigt sich Werner Jauk in âMusik als modellbildendes Medium fÃ¼r eine Theorie der Medienkunstâ. Er beschreibt Klang, Musik, Raumwahrnehmung und Handeln im musikalischen Kontext als Referenzmodelle fÃ¼r das Erfahren und Leben einer mediatisierten RealitÃ¤t. Hans Bernhards âmedia hacking - digitaler aktionismusâ erinnert an die Aneignung des digitalen Raums durch KÃ¼nstlerInnen und verweist explizit auf den Wiener Aktionismus. Die HackermentalitÃ¤t steht historisch in der Tradition der âearly adoptersâ im Kunstbereich. Die frÃ¼hen Synthesizer erinnern an Telefonvermittlungsanlagen, SpielerInnen modifizierten sie mit dem LÃ¶tkolben und Patchkabeln. In der Folge wurde mit Assembler, Fortran und C den klangerzeugenden Rechnern zu Leibe gerÃ¼ckt. Aktuelle MedienkÃ¼nstlerInnen nutzen die Netztopologien als ihre Werkstatt und BÃ¼hne.

Die BeitrÃ¤ge dieses Bandes entstanden im Rahmen der Ringvorlesung âMedienkunstâ am Institut fÃ¼r Elektronische Musik und Akustik in Graz und umkreisen das Thema, beginnend bei der Ã¤uÃersten kÃ¶rperlichen Dekonstruktion und endend im digitalen Aktionismus, scheinbar entkÃ¶rperlicht, doch real durch seine u.a. juristischen Folgen die Existenz der KÃ¼nstlerInnen angreifend.

Josef (Seppo) GrÃ¼ndler

PS: Im Sinne der AutorInnen wurde GroÃ- und Kleinschreibung, alte oder neue Rechtschreibung sowie die geschlechtsspezifische oder geschlechterneutrale Formulierung beibehalten.</ns1:description>
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