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    <ns1:title language="de"> BEM 11 - Zur Wahrnehmung zeitgenÃ¶ssischer Musik</ns1:title>
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    <ns1:description language="de">Warum dieser Band in dieser Reihe?

Seit 1992 bietet das Institut fÃ¼r Elektronische Musik und Akustik mit den &quot;BeitrÃ¤gen zur Elektronischen Musik&quot; eine Diskussionsplattform zu den Themenbereichen Akustik, Computermusik, Musikelektronik und Medienphilosophie.

Mit diesem Band wurde das Spektrum an Autorinnen und Autoren wesentlich erweitert, er ist das schriftliche Ergebnis des V:NM Forum 01, das unter dem Titel âErÃ¶rterungen zur Wahrnehmung zeitgenÃ¶ssischer Musik/Discussions on the Perception of Contemporary Musicâ am 24. und 25. Mai 2001 im Institut fÃ¼r Musikwissenschaften der Karl-Franzens-UniversiÃ¤t Graz stattfand. Entlang der AuffÃ¼hrungen des V:NM Festivals mit u. a. elektronischer und improvisierter Musik aus Ãsterreich und Tschechien beleuchteten JournalistInnen, KomponistInnen, MusikerInnen und MusikwissenschaftlerInnen in Arbeitsgruppen, Round tables und Panels die Situation der Wahrnehmung neuer Musik. Mehr als zwanzig musikalisch und paramusikalisch tÃ¤tige Personen lieferten mit ihren Papers und DiskussionsbeitrÃ¤gen den Text zu diesem Band. Neben V:NM waren fÃ¼nf Institutionen und Organisationen bei der Verwirklichung des Forums beteiligt:

- mica â music information center austria
- Institut fÃ¼r Musikwissenschaften an der Karl-Franzens-UniversitÃ¤t Graz
- Institut fÃ¼r Elektronische Musik und Akustik an der KunstuniversitÃ¤t Graz
- ESC im Labor
- Stockwerkjazz

Die im Vorfeld eingereichten Papers wurden nahezu unverÃ¤ndert Ã¼bernommen und nach den drei groÃen Gruppen des Forums geordnet. Den Papers folgen Arbeitsberichte oder Transkriptionen von Diskussionen. Auf akademische Titel und Biografien wurde durchgehend verzichtet.

Die Breite der Kooperationen, die HeterogenitÃ¤t der Personen, steht beispielhaft fÃ¼r die Entwicklung in der zeitgenÃ¶ssischen und elektronischen Musik. Das Institut fÃ¼r Elektronische Musik und Akustik folgt mit der Herausgabe dieses Bandes in seiner Reihe dieser Entwicklung.

In der der medialen Wahrnehmung zeitgenÃ¶ssischer Musik, elektronischer Musik, oder wissenschaftlicher Arbeit ergeben sich gewisse Ãhnlichkeiten . Die moderne AufmerksamkeitsÃ¶konomie stellt diese Gebiete vor die Aufgabe, abseits von populÃ¤rwissenschaftlichen oder populÃ¤rmusikalischen Inhalten, einen Platz in der medialen Wahrnehmung zu erobern. Sie gelten als zu sperrig oder zu avanciert, um adÃ¤quat vorkommen zu kÃ¶nnen. Wir hoffen mit diesem Band einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Problematik beigetragen zu haben.

Josef GrÃ¼ndler, Institut fÃ¼r Elektronische Musik und Akustik

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    <ns1:description language="de">Warum diese Veranstaltung?

&quot;Als er abends mit dem Bildhauer Medardo Rosso im Cafe der Giubbe Rosse auf der Piazza Vittorio Emanuele in Florenz, dem heutigen Platz der Republik, saÃ und den Opernpotpourris lauschte, die eine MilitÃ¤rkapelle spielte, trat plÃ¶tzlich ein Herr an seinen Tisch und fragte ihn: âSind Sie Herr Soffici?â Kaum hatte er die Frage bejaht, versetzte ihm der Unbekannte ein paar so heftige Ohrfeigen, dass der Stuhl umfiel.&quot; [gelesen in christa baumgart, geschichte des futurismus 1966]

so erging es dem kritiker soffici, nachdem er es gewagt hatte, am 22. Juni 1911 in der zeitung la voce die italienischen futuristen zu kritisieren. eine amÃ¼sante begebenheit, die die klischeehafte diskrepanz zwischen kunst und kunstverstÃ¤ndnis radikal auf den punkt bringt. auch heute nach fast einem jahrhundert verspÃ¼re ich als komponistin nicht selten groÃe lust, an die rezipierende seite der zeitgenÃ¶ssischen musik zumindest im Ã¼bertragenen sinn ohrfeigen auszuteilen.

keineswegs fÃ¼r ohrfeigen, sondern fÃ¼r einen sehr konstruktiven austausch der unterschiedlichen perspektiven, bot das V:NM festival in form eines forums entlang seiner auffÃ¼hrungen von elektronischer und improvisierter musik aus Ã¶sterreich und tschechien eine wunderbare gelegenheit.

journalistInnen, komponistInnen, musikerInnen und musikwissenschafterInnen beleuchteten aus verschiedenen perspektiven in drei themenorientierten gruppen die situation der wahrnehmung neuer musik. im folgenden band finden sich initialtexte, welche bereits vor beginn des forums eingesandt wurden, und verschriftete arbeitsergebnisse des forums.

Elisabeth Schimana, V:NM

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    <ns1:description language="de">Zur Form der Veranstaltung

Die &quot;Wahrnehmung von Musik&quot;, die das V:NM Forum 01 sich zum Thema gestellt hat, ist zunÃ¤chst einmal alltÃ¤glich â kaum ein Moment, in dem nicht irgendwo Musik wahrzunehmen wÃ¤re. Schon weniger alltÃ¤glich ist in diesem vom Autoradio bis zum Restaurant reichenden Schallfeld die Wahrnehmung von zeitgenÃ¶ssischen Kompositionen oder von improvisierter Musik. UngewÃ¶hnlich ist gleichfalls die reflektierende Auseinandersetzung mit Musik Ã¼ber den Rahmen von Smalltalk, KonzertankÃ¼ndigung und Kurzkritik hinaus. Und geradezu defizitÃ¤r ist die explizite Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Musik.

Das mica â music information center austria hat sich der &quot;Information im Musikzeitalter&quot; verschrieben. Den vielfach zu spÃ¼renden Diskrepanzen zwischen heutigem Musikschaffen und seiner Wahrnehmung und Reflexion begegnet das mica mit der FÃ¶rderung von Austausch und Kommunikation aller Beteiligten â von Musikschaffenden Ã¼ber Multiplikatoren bis zu den Rezipienten. Das mica versteht sich innerhalb dieser Konstellationen als kommunikative Schnittstelle und baut Verbindungen zwischen Musikschaffenden, Multiplikatoren und Musikinteressierten auf. Mit Veranstaltungsformen wie dem micadialog und dem micafocus (vgl. www.mica.at) geht das mica seit 1999 auf den hohen Bedarf an Diskurs und fachÃ¼bergreifendem Praxiswissen im Musikbereich ein. Vor diesem Hintergrund hat das mica den Impuls des V:NM fÃ¼r eine gezielte Auseinandersetzung von Musikschaffenden, Multiplikatoren und TheoretikerInnen gerne aufgenommen. Der Beitrag des mica bestand dabei in der Einladung eines weiten Kreises von Interessierten Ã¼ber regionale, stilistische und fachliche Grenzen hinaus, in der Mitentwicklung einer Veranstaltungsform, die das &quot;gemeinsame Denken&quot; erleichtern sollte sowie in infrastruktureller UnterstÃ¼tzung bezÃ¼glich Austausch, Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse.

Trotz â oder vermutlich eher wegen â der HeterogenitÃ¤t innerhalb des Forums ist es gelungen, eine ungewÃ¶hnlich produktive und anregende Auseinandersetzung Ã¼ber die unterschiedlichsten TellerrÃ¤nder hinweg zu fÃ¼hren. Die umfangreiche Transkription der lebhaften ersten Plenums-Diskussion mag ein Beispiel dafÃ¼r sein. Das ist neben der wechselseitigen ErgÃ¤nzung von Konzerten, konzentrierten Arbeitssituationen und streitbaren Diskussionen vor allem dem Ã¼berdurchschnittlichen Einsatz der zahlreichen in Graz beteiligten TeilnehmerInnen u.a. aus Ãsterreich, Tschechien und Deutschland zu danken. Zu wÃ¼nschen bleiben â auch Ã¼ber das V:NM Forum 01 hinaus â viele produktive FÃ¤lle von Horizonterweiterung im Blick auf die Vielfalt des heutigen Musikschaffens.

Peter RantaÅ¡a, mica â music information center austria

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